Zwei Vereine – ein Ziel
Feuerwehr und Spielmannszug haben ein neues Zuhause
Holtheim (hg) Die Feuerwehr und der Spielmannszug Holtheim haben sich ein neues Zuhause geschaffen. Mit der Einweihung des neu erbauten Feuerwehrgerätehauses nahmen beide Vereine ihre neuen Räume buchstäblich in ihre Hände.
Das hatten sie ganz aktiv schon während der letzten zwei Jahre getan, als sie das Feuerwehrgerätehaus (mit Einliegerwohnung) neu errichteten, und zwar nach dem „berüchtigten“ Lichtenauer Modell. Das habe er im ganz positiven Sinne gemeint, sagte Ortsvorsteher Wilhelm Rosenkranz. Selbst Feuerwehrmann und lange zeit Vorsitzender des Feuerwehrausschusses der Stadt, war er einer von denen, die für den Neubau des Hauses in Eigenleistung die Verantwortung übernommen hatten. Zu ihm gehörten die Mitglieder der Feuerwehr Holtheim (Löschgruppenführer Friedrich Müller) und die Mitglieder des Spielmannszuges Holtheim (Vorsitzender Franz Günther). Zu diesem Führungstrio gehörte auch Konrad Sicken, der einer der antreibenden Koordinatoren war. Bis zu 90 Freiwillige waren in Gruppen während der Bauzeit am Werk. In Gemeinschaftsleistungen für das Dorf seien die Holtheimer erprobt, so Ortsvorsteher Rosenkranz, hätten sie doch die umfassenden Sanierungen des Sportheims und der Schützenhalle in ebensolcher Gemeinschaftsarbeit zu Wege gebracht.
Nach dem entscheidenden Ratsbeschluss vom März 2007 habe man ganz aktiv nach der Idee: Zwei Vereine – ein Ziel, „an den Stiel gespuckt“, so Rosenkranz, um ein neues Spritzenhaus für Holtheim zu errichten. Nun habe die Feuerwehr wieder einen angemessenen Schulungsraum und der Spielmannszug seinen Probenraum. Die Vorsitzenden beider Vereine bestätigten, dass sie sich für diese Einrichtung mit Freude und Leidenschaft gern ins Zeug gelegt hätten. Mancher Helfer habe viele Urlaubsstunden dafür geopfert.
Gern nahm Bürgermeister Dieter Merschjohann den Dank an den Rat der Stadt entgegen, die die Materialien für etwa 90.000 Euro bereitgestellt hatte. Mit den Barmitteln aus den Vereinen und mit der bewundernswerten Eigenleistung von 9000 Stunden, sei hier eine Immobilie im Wert eines ansehnlichen Einfamilienhauses entstanden, das wohl einen Geldwert von 250.000 Euro darstelle. Merschjohann dankte seinem Vorgänger im Amt, Karl-Heinz Wange, dem ehemaligen Stadtbrandmeister Stefan Otto mit seinem Team, und dem planenden Architekten Thorsten Temme für ihre weitsichtigen Beschlüsse und für die vorbereitenden Arbeiten zur rechten Zeit.
Kreisbrandmeister Bernhard Lücke und Stadtbrandmeister Heinz-Jürgen Eikmeier überbrachten Grüße und Glückwünsche der Feuerwehrkameraden. Der neue Pastor im Pastoralverbund Egge-Altenautal, Stefan Stratmann, nahm in seiner ersten Amtshandlung im neuen Wirkungsbereich, die kirchliche Segnung des Hauses vor und wünschte den Spielleuten allzeit die rechten Töne und den Feuerwehrleuten sichere Einsätze, wo immer sie notwendig seien. Nun hätten beide Vereine wieder Grund zur Freude und könnten ihr „Gut Spiel“ und „Gut Schlauch“ nach getaner Arbeit von Herzen erklingen lassen, meinte der Ortsvorsteher zum Abschluss der kleinen Feier.

Chronik einer Dorfbaustelle
1970 Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Holtheim
1985 Anbau eines Schulungsraumes
2005 Feststellung gravierender Mängel an der Bausubstanz
2006 Suche nach Sanierungsmöglichkeiten; Abriss des Schulungsraumes
2006 Bauplanung mit zwei Varianten: Ausbau oder Neubau; Interessenbekundung des Spielmannszuges für einen Schulungsraum im neuen Haus
29.03.2007 Ratsbeschluss für Umbau mit Aufstockung für den Spielmannszug
05.05.2008 Baugenehmigung
20.10.2009 Nutzungsvereinbarung
14.08.2010 Einweihung und Übernahme durch die Vereine
Materialkosten: 90.000 Euro
20.000 Euro Barmittel der Vereine
9.000 Stunden qualifizierte Eigenleistung
Wert der neuen Immobilie: rd. 250.000 Euro

(Txt. Bernhard Hagelüken)

ehem. Ortsvorsteher und Feuerwehrmann A. Humberg, Bürgermeister K.-H. Wange, Löschgruppenführer K.-F. Müller, Vorsitzender des Spielmannszuges F. Günther und für den Bauausschuss Feuerwehrmann K. Sicken